Jörg Ebers Architekten
in der bernauer straße

 

 


Haus MM

 

Im innerstädtischen Bereich nahe des ehemaligen Mauerverlaufs an der Bernauer Strasse in Berlin Mitte wurde ein Stadthaus für private Bauherrn geplant und errichtet. Städtebaulich markant als Endpunkt einer Häuserzeile.

 

 

Welche Form muß ein Privathaus einnehmen, um dem städtebaulich vorgegebenen Maßstabssprung vom Berliner Blockrand ins Kleinteilige gerecht zu werden? Welche Form kann das Schutzbedürfnis der Nutzer bedienen, umringt von potentiellen Einblicken Anderer? Wie baut man eine moderne Burg, ohne gleichzeitig die Verantwortung gegenüber dem städtischen Kontext zu mißachten?

 

Über die Toreinfahrt eines 7-geschossigen Vorderhauses gelangt man auf das neu bebaute Areal mit direktem Blick auf das 3-geschossige Gebäude. Es markiert ein Ziel, leitet, bevor der Wohnweg verschwenkt und den Blick auf die dahinter liegende neue Häuserzeile freigibt.

Im Innern ergeben sich aus der verspringenden Höhenstaffelung der Räume unterschiedliche Proportionen. Auf den sehr niedrigen Eingangsraum folgt der zentrale 6 Meter hohe Küchenraum, der die ersten 3 Ebenen großzügig zu einem Lebensraum verbindet - in dem auch gespielt werden darf.

Innenfenster verlängern den Blick, setzen verschiedene Funktionen zueinander in Beziehung oder vergrößern den jeweiligen Raum. Große Öffnungen nach Aussen sind sorgfältig nach exakten Sichtachsen in Lageplänen gesetzt: Man blickt in Baumkronen, die Achse des Wohnwegs oder zwischen Häusern auf den zukünftigen Park. Aufenthaltsbereiche und räumliche Zusammenhänge sind generell von Aussen nicht einsehbar.

Das Haus wird über eine Erdwärmesonde beheizt und im Sommer gekühlt; es entspricht dem KfW 40 Standard. Das anfallende Regenwasser wird auf dem Grundstück versickert, sowie als Grauwasser verwendet.


© 2013 Jörg Ebers